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  • Mann benutzt Webasto Next Ladestation zuhause um E-Auto aufzuladen

    Das Laden eines E-Autos ist anders als Kochen oder Musikhören

     

    Im Interview erklärt unser Webasto Experte Karl Kolmsee die Auswirkungen der E-Mobilität auf das Stromnetz und wie uns das Laden von Elektroautos Geld spart, die Umwelt entlastet und unser Leben verändert.

  • Wir sind es gewohnt, dass Strom immer und scheinbar unbegrenzt zur Verfügung steht. Licht und Strom für das Kochen, Waschen und Unterhaltung sind da, wenn wir es wollen. Doch was passiert, wenn bald noch viel mehr Elektrofahrzeuge (EV) unterwegs sind und dann alle gleichzeitig abends um 19 Uhr laden? Bricht dann unser Stromnetz zusammen?

    Ist die „EV-Lade-Spitze“ vergleichbar mit der „Braten-Spitze“ aus den 50er-Jahren? Als damals das elektrische Kochen in die Küchen einzog, sprangen in vielen Orten regelmässig um 12 Uhr die Sicherungen heraus. Das Netz war überlastet. Einige Experten warnen nun davor, dass das Netz zusammenbricht, sobald Elektrofahrzeuge einen bedeutenden Marktanteil erreichen. Stimmt das? Welche Auswirkungen wird die E-Mobilität auf unser Stromnetz haben und wie wird es unser Leben verändern? Wir haben dazu Karl Kolmsee befragt. Er ist bei Webasto Customized Solutions Direktor Produkt Portfolio Management.

  • "Das Laden ist von der Nutzung entkoppelt."

    Easy Way: Wird eine Steigerung der Elektromobilität unser Stromsystem so stark belasten, dass wir mit immer mehr Stromausfällen durch Überlastung rechnen müssen?

    Karl Kolmsee: Im Durchschnitt verbraucht eine Familie in Europa pro Jahr 4.000 Kilowattstunden (kWh) Strom. In den USA sind es fast 11.000 kWh. Das Fahren eines Elektroautos mit einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 km führt zu einem Mehrverbrauch von 3.000 Kilowattstunden. Es scheint also zu stimmen, dass die Elektromobilität das Stromnetz belastet, die Stromkosten in die Höhe treibt und Einfluss auf unser tägliches Leben haben wird — aber nur, wenn wir das Aufladen von E-Autos mit der Zubereitung des Sonntagsbratens vergleichen. Das Laden eines E-Autos ist anders als das Kochen oder Musikhören. Das Laden ist von der Nutzung entkoppelt, es muss nicht notwendigerweise zur selben Zeit stattfinden.

    Easy Way: Batterien sind kein Sonntagsbraten, die möglichst heiss gegessen werden sollten. Was hat das nun mit unserem Stromnetz zu tun?

    Kolmsee: Man kann das E-Auto laden, wann immer es möglich oder am günstigsten ist. Der Akku sollte voll genug für eine Tagesfahrt sein. In Europa gehen wir für mobile Vollzeitbeschäftigte von einem Durchschnitt von 65 km pro Tag aus. Mit dem dreiphasigen Anschluss entsprechen diese 65 km einer Ladezeit von weniger als einer Stunde oder etwas mehr als 2,5 Stunden mit der einfachen einphasigen Haushaltssteckdose. In Frankreich oder Grossbritannien ist das Elektroauto über die 32-A-Steckdose nach weniger als 1,5 Stunden wieder startklar.

    Mann lädt E-Auto von Zuhause über App Das Aufladen Ihres E-Autos ist von der Nutzung entkoppelt. Sie können also immer dann laden, wenn es möglich oder gerade nicht teuer ist.
  • Laden eines E-Autos mit der Webasto Next Koordinieren Sie Ihre Ladezeiten effizient mit intelligenten Ladestationen wie der neuen Webasto Next. 

    Easy Way: Schnellere Ladezeiten geben Autofahrern mehr Flexibilität, um ihr Laden zu Hause zu optimieren. Warum sollten Besitzer von Elektroautos mehr auf die Ladezeiten achten?

    Kolmsee: In der Vergangenheit tendierten die Stromerzeuger zu Einheitstarifen ohne weitere Differenzierung. In Zukunft werden wir Stromtarife sehen, die sehr viel stärker auf die einzelnen Verbraucher wie insbesondere Ladestationen eingehen und das Ladeverhalten beeinflussen werden. Das bedeutet, dass die Kosten für das Laden von Elektrofahrzeugen sinken werden. So könnten die Fahrzeuge nachts aufgeladen werden, wenn Strom im Überfluss vorhanden und daher billig ist, oder zur Mittagszeit, wenn die Photovoltaikanlagen verstärkt ins Netz einspeisen. Dadurch würde der Strombedarf über die 24 Stunden eines Tages gleichmässiger und das Netz stabiler. Wir werden daher schon bald interessante Sondertarife für das Aufladen von E-Autos sehen. Dazu werden allerdings intelligente Ladegeräte wie unsere neue Webasto Next  benötigt, die über ein Backend-System von den Nutzern gesteuert werden können. Die Webasto Next kann über das Backend auf die Gegebenheiten angepasst werden, sodass sie zum Beispiel nach einem festen Zeitplan oder nach Verfügbarkeit des Stroms lädt.

    Easy Way: Wie sieht das in der Praxis aus?

    Kolmsee: Der Nutzer wählt einen passenden Tarif eines Energieversorgers und stellt die Regeln dann einmal im Backend der Ladestation ein. Dann lädt das Fahrzeug nur zu bestimmten Zeiten. Noch intelligenter sind Lösungen, die über eine dynamische Lastenkontrolle die verfügbare Leistung im Haushalt berücksichtigen. Auch das bieten wir bei Webasto bereits unseren Geschäftskunden .

  • "Autobatterien werden dazu beitragen, unser Stromsystem effizienter zu gestalten."

    Easy Way: Wie wäre es, das Elektroauto mit dem Strom der eigenen PV-Anlage zu laden. Rechnet sich das?

    Kolmsee: Das Laden mit dem Strom der eigenen PV-Anlage ist tatsächlich die günstigste und umweltfreundlichste Lösung. Damit liessen sich die Kosten für eine 100 km lange Autofahrt leicht auf 1,80 Euro senken. Momentan gehen wir derzeit in Europa von etwa 4 Euro pro 100 km aus. Mit unserer Webasto Next und dem Webasto Backend wird sich das Elektrofahrzeug nur mit dem Überschussstrom — das ist der PV-Strom, der sonst nicht im Haushalt genutzt wird — von der eigenen PV-Anlage laden lassen.

    Easy Way: Welche Rolle werden Stromspeicher, insbesondere Autobatterien, in Zukunft spielen, um den Zusammenbruch des Stromnetzes zu verhindern?

    Kolmsee: Autobatterien werden künftig dazu beitragen, unser Stromsystem effizienter zu gestalten und die Kosten für hohe Investitionen in die Netzinfrastruktur zu senken. Es gibt bereits E-Autos mit einer sogenannten bidirektionalen Ladeoption. Das bedeutet, dass Autobatterien Strom in das Netz zurückspeisen können — sei es in das Haushaltsnetz oder ins öffentliche Netz. Besitzer von Photovoltaikanlagen können die Batterie ihres Elektrofahrzeugs nutzen, um den an einem sonnigen Tag erzeugten Strom zu speichern und bei Bedarf zu nutzen. Volkswagen möchte die geballte Batteriekapazität seiner Autos einsetzen, um das öffentliche Stromnetz bei Bedarf zu puffern — und damit auch zusätzliche Einnahmen erzielen.

    Easy Way: Sie sehen also für die Zukunft keine Engpässe und Stromausfälle durch überlastete Netze?

    Kolmsee: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verringert den CO2-Fussabdruck. Bald sind die Zeiten vorbei, in denen wir an den Tankstellen stehen und den Zähler beobachten, der uns unerbittlich an die gestiegenen Kraftstoffpreise erinnert. E-Mobilität wird die Transportkosten und auch die Kosten für die Infrastruktur des Stromnetzes verringern. Dabei sind noch nicht einmal die Umweltkosten berücksichtigt. Ein wichtiger Schlüssel für das Gelingen der Klima- und Mobilitätswende kommt dabei den intelligenten Ladestationen zu.

     

     
    Aufladen des E-Autos mit Webasto Ladestation Mit der Webasto Next können Sie Ihr Fahrzeug auch ausschliesslich mit dem überschüssigen Strom Ihrer PV-Anlage laden.
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